Michael Groschek: Kein Feierabend beim Feierabend

Zur Debatte um den Acht-Stunden-Arbeitstag äußert sich der Landesvorsitzende der NRWSPD wie folgt:

am 13. November 2017, 16:52 Uhr

Kein Feierabend beim Feierabend

Längeres Arbeiten und ständige Erreichbarkeit – das fordern die Wirtschaftsweisen mit ihrer Abkehr vom Acht-Stunden-Arbeitstag. Mike Groschek sagt: Kein Feierabend mit dem Feierabend! ArbeitnehmerInnen brauchen ihre freie Zeit mit der Familie, Freunden oder beim Sport – ohne Störung des Chefs oder der Chefin.

Vertreter des digitalen Kapitalismus wollen Feierabend mit dem Feierabend machen. Nicht anders sind die Rufe aus der Wirtschaft nach einer gesetzlichen Flexibilisierung der Arbeitszeiten zu interpretieren. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wissen, was die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages bedeuten soll: längeres Arbeiten und ständige Erreichbarkeit. Niemand hat beim Abendessen, beim Sport, bei der Erziehung der Kinder gerne den Chef oder die Chefin wegen irgendwelcher Lappalien am Telefon. Schon heute führt weniger Freizeit dazu, dass immer mehr Menschen durch den ständigen Arbeitsdruck erkranken.

Es kommt gerade jetzt darauf an, die soziale Marktwirtschaft in Zeiten der Digitalisierung zu erneuern. Flexibilität muss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Selbstbestimmung und Sicherheit verbunden werden. Die IG Metall geht hier mutig voran. Ihr stärken wir den Rücken. Eine faire Neuregelung der Arbeitszeiten würde familiäre Pflege- und Erziehungszeiten beispielsweise anerkennen. Aber so ist der aktuelle Vorschlag des Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt nicht zu verstehen.

Die Lobbyisten einer „Kapitalismus pur“-Variante machen mobil. Sie sehen mit der Schwampel-Koalition aus CSU, FDP, Merkel und ein bisschen Grün ganz  offensichtlich ihre Zeit gekommen. Denn abenteuerliche Appelle zum Abbau sozialer Errungenschaften häufen sich, zuletzt mit der Forderung der „Rente ab 70“. Währenddessen reagiert in NRW die Laschet-Regierung auf drohende Jobverluste bei Thyssen, Siemens, Uniper, Evonik oder Air Berlin lediglich mit einem Schulterzucken.

Gute Arbeit gehört aber weiterhin auf die Tagesordnung. Die SPD wird in Berlin und Düsseldorf als Opposition im Parlament und von außerhalb Druck machen, um gut bezahlte Arbeitsplätze und Arbeitnehmerrechte zu verteidigen.“

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