Bezirksbürgermeister Ralf Thomas

Rück- und Ausblick

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Zeit auf das noch laufende Jahr zurückzublicken und einen Ausblick auf 2019 zu wagen.

Erster Höhepunkt war die Eröffnung der Straßenbahnstrecke zum ISS-Dome nach 20 Jahren Planung. Seit Januar fährt hier die 701. Da die Linie U71 bis Rath S verlängert wurde, stehen jetzt zwei attraktive Verbindungen von Rath zur Verfügung. Allerdings gab es Probleme beim Umstieg an der Heinrichstraße. Die Rheinbahn reagierte und verschob die Abfahrtszeiten der 701 Richtung Innenstadt um 4 Minuten. Die Rheinbahn und wir als Bezirksvertretung 06 hatten im Februar darauf geeignet, die Anschlussmöglichkeiten nach einem Jahr zu evaluieren

Weitere Verbesserungen ergaben sich bei den Buslinien 757, 760 und 776.

Nachdem in 2017 der Rather Korso eingeweiht wurde, konnten wir dieses Jahr zwei interessante Angebote in Mörsenbroich eröffnen, insbesondere, wenn man sportlich mit dem Rad unterwegs sein will.

An der St-Franziskus-Straße neben dem Abenteuerspielplatz entstand ein Pump-Track-Kurs auf der multifunktionalen Sportfläche. Und an der Opitzstraße konnten wir einen Dirtpark einweihen. Bei beiden handelt es sich um gewellte Radkurse. Der Dirtpark ist halt schmutziger.  Die multifunktionale Sportfläche ist frei zugänglich. Ich rate Ihnen, diese zu besuchen, um zu sehen welche sportlichen Betätigungsmöglichkeiten es gibt. Betreiber der Anlage ist die JFE (Jugendfreizeiteinrichtung) Ekkehardstraße. In den Wintermonaten ist ein Besuch nur über die JFE möglich.

Es gibt also Positives für unseren Stadtbezirk zu vermelden. Aber es bleibt auch noch genug zu tun. Im Blickpunkt stehen insbesondere das Problem der Flughafenparker. Und so schön die Angebote für sportliche Radfahrer auch sind. Notwendig ist ein alltagstaugliches Radwegenetz in unserem Bezirk.

Weitere Themen in 2019 wird die Frage, ob der Neubau des Unterrather Schwimmbads am bisherigen Standort oder auf dem Großmarkt-Gelände errichtet werden soll. Nachdem ein sehr stark besuchter erster Workshop abgehalten wurde, wird die Verwaltung deren Ergebnisse aufarbeiten und einen zweiten Workshop veranstalten.

Ein weiteres Thema, welches aktuell aufkam, sind die Pläne des Düsseldorfer Schauspielhauses, das Junge Schauspielhaus von Mörsenbroich ins Central am Hauptbahnhof zu verlegen. Die Bezirksvertretung 06 lehnt diese Pläne ab. Nicht alle kulturellen Einrichtungen dürfen in der Innenstadt konzentriert werden, zumal die Verkehrsanbindung an der Münsterstraße auch nicht schlecht sind und viel Geld der Bezirksvertretung und aus dem Projekt Soziale Stadt in das Umfeld des Jungen Schauspielhausinsbesondere in den Vorplatz geflossen sind.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche uns allen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2019.

Rechte der Bezirksvertretung                           

Über Anfragen und Emails kann ich mich als Bezirksbürgermeister wirklich nicht beklagen. Dabei stelle ich fest, dass vielen die Befugnisse einer Bezirksvertretung nicht klar sind. Deshalb nutze ich diese Kolumne, um an zwei Bereichen, die häufig nachgefragt werden, zu erläutern, welche Zuständigkeiten wir da haben.

Wir sind zuständig für Verkehrsberuhigungen. Aber leider gibt es hier Ausnahmen. Wenn durch eine Straße Straßenbahnen oder Busse fahren, sind nicht wir, sondern der Ordnungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Düsseldorf zuständig. Deshalb ist der einstimmige Beschluss der Bezirksvertretung, auf der Straße „Im Röttchen“ Tempo 30 einzuführen, noch nicht umgesetzt. Hier wird es nur helfen, als BV direkt einen Antrag an den Ausschuss zu stellen, wie wir es für unser Anliegen, Anwohnergebiete einzurichten, um das Problem der Flughafenparker in den Griff zu bekommen, getan haben. Auch können wir nicht einfach Fußgängerübergänge mit Zebrastreifen errichten, denn auch hier sind Richtlinien zu beachten (nicht zu viel und nicht zu wenig Autoverkehr, Abstand zwischen zwei Zebrastreifen).

Des Weiteren entscheiden wir über  Bauanträge und Bauvoranfragen, wenn das Grundstück über 1000 m2 groß ist. Gibt es für das entsprechende Gebiet ein Bebauungsplan, so hat jeder Bauherr das Recht hiernach zu bauen. Wir entscheiden nur über die Abweichungen vom B-Plan und die müssen schon gravierend sein, damit wir die ablehnen können. Auch über die Ablösung der Stellplatzverpflichtungen entscheiden wir. Wird aber die durch die Stellplatzverordnung der Stadt Düsseldorf berechnete Anzahl von Stellplätzen errichtet, so haben wir keine Handhabe, mehr zu fordern.

Ich hoffe, mit diesen Ausführungen (in ähnlicher Form zuerst im Nordkurier erschienen) etwas zur Klarheit beigetragen zu haben.

Herzliche Grüße

Ralf Thomas (Bezirksbürgermeister)