Stolpersteine gereinigt und Blumen niedergelegt

Paul Gerlach (links im Bild), war ein aktiver Sozialdemokrat und gehörte 1920 zu den Mitbegründer_innen der AWO Düsseldorf. Stolpersteinverlegung Ende Juni 2016 auf der Unterrather Straße 185, dem letzten Wohnsitz von Hedwig und Paul Gerlach in Düsseldorf .

Zur Ehrung des großen Sozialdemokraten hat der SPD Ortsverein im Stadtbezirk 6  am Samstag, den 27. Januar 2018 (Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus) den Stolperstein gereinigt und  einen Blumengruß zur Erinnerung an Paul Gerlach niedergelegt .  Paul Gerlach war von 1918-1928 für SPD im Stadtrat Düsseldorfs und von 1928 –1933 Mitglied des Reichstages. Wegen seiner Haltung gegen die Nationalsozialismus wurde er mehrmals inhaftiert, 1944 endet die Haft im KZ Sachsenhausen, wo er im Oktober 1944 verstarb.

Artusstraße 48

Hier wohnte  Gitta Raff
Jg. 1898
verhaftet 1937
misshandelt
gestorben 7.2.1937 im Polizeipräsidium

 

Gitta Raff wurde als Frieda Winkler im oberschlesischen Leobschütz geboren. Sie besuchte in Breslau das Gymnasium. Während des Ersten Weltkriegs leistete sie Kriegshilfedienst bei der Feldpost, anschließend hatte sie eine Anstellung als Buchhalterin bei der Dresdner Bank in Breslau. 1919 heiratete sie den Postassistenden Fritz Raff, der 1932 verstarb; zwei Jahre später zog Gitta Raff nach Düsseldorf. Dort gehörte sie zum Kreis um den Journalisten und Nazi-Gegner Dagobert Lubinski.

Am 22. Januar 1937 wurde Gitta Raff in der „Strafsache Lubinski u. Andere“ verhaftet. Ein Mitglied der Gruppe, Rudi Treiber, war der letzte der sie bei einer Gegenüberstellung lebend sah; laut seiner Aussage trug sie Spuren schwerer Misshandlungen, weil man versuchte hatte, von ihr Namen weiterer Gruppenmitglieder zu erfahren. Am Tag darauf beging sie Selbstmord, indem sie sich erhängte.

Säckingerstraße 28

Säckingerstraße 28, Mörsenbroich

Hier wohnte Dagobert Lubinski Jg. 1893

verhaftet 1933

deportiert 1943 Auschwitz

ermordet 22.2.1943

Oktober 1933 in das KZ Lichtenburg überführt und Mitte Dezember 1933 entlassen. Er war nun arbeitslos. Seine früheren Arbeitgeber waren verhaftet, geflohen oder im Untergrund. Die KPO wurde seit März 1933 von August Gössling, Franz Krompers und Erich Hecker im Untergrund weitergeführt, Treffen fanden im Grafenberger Wald statt.

Am 3. November 1936 wurde er erneut verhaftet und gefoltert, nachdem er seinen illegalen Widerstand gegen das NS-Regime weitergeführt hatte und von seinem ehemaligen KPD-Genossen Heinrich Schlagewerth belastet worden war. Bei einem Gerichtsprozess in Wuppertal wurde er im April 1938 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu zehn Jahren Haft verurteilt und im Zuchthaus Lüttringhausen inhaftiert. Zum Verhängnis wurde ihm aber seine jüdische Herkunft. Im Januar 1943 wurde Dagobert Lubinski nach Auschwitz deportiert, wo er zu Tode kam.

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